2016-05-10 - Engel der Kulturen an der Europaschule

Eine Kunstaktion zum Mitmachen: „Engel der Kulturen“ fand am 21. April in Willich statt.
Die rollende Skulptur der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten startete von unserer Europaschule aus zu verschiedenen Orten in Willich. PfadfinderInnen, MessdienerInnen und SchülerInnen rollten dabei die Skulptur durch den Stadtraum.
In der Stahlskulptur, einem Ring aus Stahl, vereinen sich ein Kreuz, ein Davidstern und ein Halbmond als Symbole der Weltreligionen. Gemeinsam stellen sie den Umriss eines Engels dar. Die Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten kamen 2007 gemeinsam auf die Idee diese Form zu schaffen.
Auf ihrer Homepage beschreiben die Künstler ihre Idee folgendermaßen:
„Die Zeichen der drei abrahamischen Weltreligionen stehen hier stellvertretend für alle Kulturen und Religionen. So tauchen sie nur unvollständig aus dem umgebenden Ring auf, die komplette äußere Form wird erst durch die innere Wahrnehmung des Betrachters sichtbar, dazwischen, dahinter ist die ganze Vielfalt der Kulturen vorstellbar.“ (http://www.engel-der-kulturen.de/projekt.html)
Der zuweilen schwierigen Beziehung zwischen den Weltreligionen wollten die beiden Künstler ein vermittelndes Symbol gegenüberstellen, das „den Wunsch vieler nach Zusammenleben in Gleichberechtigung und friedlicher Verbundenheit zum Ausdruck bringt“ so Carmen Dietrich und Gregor Merten. Der „Engel der Kulturen“ besuchte seitdem mehr als 90 Städte.
Die Aktion startete um 12 Uhr an unserer Europaschule. Die Schüler des sechsten Jahrgangs hatten in wochenlanger Vorarbeit große Engel im Kunstunterricht gefertigt und Texte sowie Zeichnungen im Religionsunterricht erstellt. In einem Vorprogramm wurden die Gäste und Schüler musikalisch von Schülerinnen der Europaschule auf die Aktion eingestimmt. Die Künstlerin Carmen Dietrich, Schulleiterin Ute Will, die Organisatorinnen Kirsten Schwikkard und Anna Rieve, sowie Oberbürgermeister Josef Heyes stimmten die Teilnehmer mit ihren Reden auf die Aktion ein und anschliessend konnte die Engel-Karawane beginnen.
Von Pfadfindern und Messdienern wurde die rollende Skulptur zunächst zur Moschee gerollt. Weiter ging es zur evangelischen Kirche und von dort aus zum Flüchtlingsheim. Die letzten Stationen waren die katholische Kirche und der Kaiserplatz, auf dem zur Erinnerung das Symbol des „Engel der Kulturen“ als Bodenintarsie eingelassen wurde.
Das Kunstprojekt richtet sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Fundamentalismus.

Link zum Artikel in der WZ

http://www.wz.de/lokales/kreis-viersen/willich/engel-karawane-setzt-ein-zeichen-1.2165469


Am 21. April war es soweit! Die Kunstaktion „Engel der Kulturen“  kam nach Willich. Mit dieser Aktion hat die Stadt ein deutliches Zeichen gesetzt. Menschen jeder Kultur sind hier willkommen und werden offen und tolerant empfangen. Die Karawane, die durch Alt-Willich zog, angeführt von einer Skulptur des Engels, wurde begleitet von Schülern, Familien, Senioren, verschiedenen Jugendgruppen und Geistlichen. Auch die Robert Schuman Schule beteiligte sich aktiv und bot den Auftakt. Dazu hatte sich vor allem der 6. Jahrgang schon viele Wochen mit den drei abrahamitischen Religionen, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam beschäftigt. Die Symbole dieser drei Religionen finden sich in einem Kreis wieder und bilden unbeabsichtigt einen Engel. Die Kinder gestalteten auf vielfache Weise diesen Engel und so konnte der Schulhof mit großen Engelskulpturen geschmückt werden. Viele Bilder sind entstanden und Texte, die zum Nachdenken anregten. Der Schulhof füllte sich bei strahlendem Sonnenschein zunehmend mit Menschen, die zunächst die Kunstwerke bestaunen durften und auch liebevoll gestaltete Zettel mit Engeltexten von den Sechstklässlern zur Begrüßung bekamen. Die Schülerin Delaram Jeirani Mamaghani aus dem 7. Jahrgang stimmte die Menschen dann mit einem Klavierstück auf die Aktion ein. Nachdem unsere Schulleiterin Frau Will Nieding die Gäste willkommen hieß und die Künstlerin Carmen Dietrich und eine der Veranstalterinnen Kirsten Schwikkard in Reden deutlich machten, wie wichtig gegenseitige Akzeptanz und friedliches Miteinander ist, eröffnete auch Bürgermeister Josef Heyes die Aktion. Zum Abschluss sangen Schülerinnen des 10. Jahrgangs das Lied „7 years“. Die Karawane konnte losziehen, aber nicht ohne vorher auf dem Schulhof einen Sandabdruck des Engels zu hinterlegen. Dem Zug schloss sich der gesamte 6. Jahrgang an sowie Lehrer und der Schulsanitätsdienst. So ging es zunächst zur Moschee, dann zur ev. Kirche, weiter zur Flüchtlingsunterkunft, über die Stolpersteine zur kath. Kirche und zur Abschlussaktion auf den Kaiserplatz, wo eine dauerhafte Bodenintarsie des Engels verlegt wurde. Nicht nur für die Schüler war die Aktion ein beeindruckendes Erlebnis. Viele Menschen haben gezeigt, dass man gemeinsam viel erreichen kann und dass ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen möglich sein kann.
Kirsten Schwikkard